Intelligenz doch genetisch bedingt?
Niemand und ich zuletzt hätte je geglaubt, dass ich meinen Weg zum lieben Herrgott finden würde. Aber wenn man ohne böse Ahnung im Internet nach Informationen zur Vermögenssteuer sucht und das da findet, kommen selbst mir religiöse Gedanken, die gehen dann in ein Hadern mit der Schöpfung über und gleiten dann sanft in den mir eigenen Vernunftatheismus zurück. Gottseidank. Oh, ein Paradoxon, wie schön. Egal, zurück zur Vermögenssteuer. Der verlinkte Beitrag ist so grottig, dass er einfach zu zerpflücken ist und gleichzeitig gut geeignet ist, mal ein paar grundsätzliche Dinge zur VS zu erläutern. Also, Punkt für Punkt:
„Es ist eine Steuer auf die Vermögenssubstanz, vermindert also das Vermögen.“
Möglich. Und wenn, dann gewünscht. Durch die Vermögenssteuer soll die Anhäufung großer, unproduktiver Vermögen verhindert werden – oder eben „bestraft“.
„Die Erhebung macht jeden Steuerpflichtigen zum potentiellen Steuersünder, denn die viele Sachvermögenswerte sind unmöglich korrekt zu schätzen, denn die Werte beispielsweise eines Ölgemäldes lassen sich letztlich nur durch Verkauf ermitteln – und selbst das bleibt hoch ungenau, weil man konjunkturelle Schwankungen als Eigentümer und Käufer berücksichtigen würde, was eine Behörde in Ermittlung des Vermögenswertes absolut nicht kann.“
Deswegen wird das Sachvermögen eben meist sehr konservativ geschätzt – so wie man es bspw. bei der Grundsteuer auch macht. Oder Versicherungen bei der Bestimmung der Versicherungssumme.
„Wer alles verbraucht, was er erlangt, wird nicht in die Situation kommen, wird hinsichtlich seiner Besteuerung besser gestellt.“
Jo. Der Autor ist ein Fuchs, und zwar ein ganz gewitzter. Wenn ich das Geldverdienen einstelle, muss ich auch keine Einkommenssteuer mehr bezahlen… Oder ich verdiene eben sowieso nur so viel, dass es eben zum Leben reicht, und baue kein Vermögen auf. Oder ich werfe mein Geld aus dem Fenster, was wirtschaftlich betrachtet allemal sinnvoller ist, als es einfach nur zu bunkern.
„Die Vermögensbesteuerung ist m.E. ein Fall klassisch unzulässiger Doppelbesteuerung.“
Ah ja, die Doppelbesteuerung. Wo steht denn eigentlich, dass man etwas nicht doppelt besteuern darf? Außerdem ist das hier gar nicht der Fall: Der Autor will vermutlich darauf hinaus, dass Vermögen aus ohnehin bereits versteuertem Einkommen gebildet wird. Stimmt, aber die Vermögenssteuer wird auf das Vermögen und nicht auf das Einkommen erhoben, also nur den nicht verkonsumierten Einkommensüberschuss. Mit dem Argument „Doppelsteuer“ könnte man sonst auch jede Konsumsteuer zu Fall bringen – schließlich konsumiert man ja auch mit bereits versteuertem Einkommen.
„Angenommen, jemand lebt ausschließlich von seinem Vermögen, so würde nichts mehr beitragen zum Finanzierung des Gemeinwesens, das jedoch sein Vermögen schützt. Dieses Argument zieht nicht wirklich, weil ja schon beim Vermögenserwerb Steuern für den Schutz des Vermögens gezahlt wurden.“
Oj je, das ist so falsch, dass nicht mal das Gegenteil stimmt. Nächster Punkt, bitte!
„“Der Staat braucht Geld.“ = ebenfalls kein gutes Argument, denn dann müsste er sparen oder das Investitionsverhalten begünstigen. Wenn er denen „wegsteuert“, die etwas haben, verbraucht er mehr als er leistet = weitet seinen Bankrott auf die Privatleute aus.“
Das Beste an diesem und dem vorherigen Scheinargument ist, dass sie sich im Nachsatz messerscharf selbst erledigen. Ich weiß zwar auch nicht, wie der Staat Menschen, die nichts haben etwas „wegsteuern“ soll, aber gut, mit Einzelheiten hält sich der Autor nicht auf. Und wenn der Staat die Besitzenden besteuert, verbraucht er mehr als er leistet… Äh, hat jemand den Schuß gehört? Der Autor zumindest nicht. Ich werde diese Worte gedanklich archivieren, für den Fall, dass ich mal überraschend an einem Wettbewerb „Wer schafft die meisten Logik- und Denkgesetzfehler in 2 Sätzen“ teilnehmen muss.
„Für die Vermögenssteuer gibt es außer dem populistischen Neid-Motiv keine vernünftige Begründung. Die Vermögenssteuer ist immer eine Art der sukzessiven Enteignung.“
Starke Schlussfolgerung! Phänomenal! Das Neid-Motiv ist aber auch wirklich die Triebfeder jeder Forderung des Pöbels, wenn sie von den Reichen zumindest ein kleines bißchen der Kohle zurück haben wollen, die diese ihnen eben noch abgepresst haben.
„Lediglich Unterfälle bzw. Parallelfälle der Vermögenssteuer können legitim sein: z.B. Besitz- bzw. Gebrauchssteuern auf Grundbesitz (= „Grundsteuern“ kassiert der Staat reichlich), Verbrauchssteuern auf natürliche Ressourcen (hierzu gäbe es Besteuerungsnachholbedarf, damit die Naturverschwendung eingedämmt wird.“
Ja, die Grundsteuern schnüren den Grundbesitzern die Kehle zu. Für mein Haus mit 3 WE zahle ich im Jahr bei einem Hebesatz von 250% auch fast 300€. An sich schon ein Skandal! Reicht das nicht? Muss sich nicht nur Leistung wieder lohnen, sondern auch einfach nur erben? Oder haben? Und nicht hergeben wollen? Hä? Verdammt!
Der Afghane an sich…
… so fangen Sätze an, die z.B. Scholl-Latour bei seinem Auftritt vor einiger Zeit in Anne Wills Talkshow hätte sagen können. Ich weiß nicht, ob er es wirklich hat, ich fabuliere nur. Aber SL und viele andere gehören zu der unangenehmen Sorte Mensch, die glauben, dem Fremden hafte qua Geburt der Makel der Andersartigkeit an. In einer unglücksseligen Verquickung von Milieu- und Vererbungstheorie – es wird nämlich gleich das ganze Milieu mitvererbt – hat die Linke diese letztlich rassistische und rückwärtsgewandte Scheiße übernommen. Guter Artikel zum Thema: Hier. Oder in nuce auch hier.
Dazu passt, dass diese Woche Alice Schwarzer bei Maischberger sagte, im Irak sei ja heute alles schlechter als früher und in Afghanistan sei es zumindest nicht besser. Und überhaupt, wegen der Rechte der Frauen habe man ja keinen Krieg geführt.
Das stimmt, Frau Schwarzer. Also zumindest der letzte Satz: Die Kriege wurden tatsächlich nicht wegen der Frauenrechte begonnen. Aber in Afghanistan profitieren gerade die Frauen von diesem Krieg, sie haben wieder minimalen Zugang zu Bildung (Lesen, Schreiben Rechnen) und müssen zumindest dort, wo unter anderem auch die Bundeswehr versucht, einen zivilisatorischen Grundkonsens zu erhalten, nicht fürchten, komplett verhüllt im Fußballstadion erschossen zu werden, weil sie mit einem Mann gesprochen haben, der nicht mit ihnen verheiratet ist. Frau Schwarzer hat ja auch mit der PorNo! Kampagne genug zu tun.
Man könnte auch im Irak mal gerne die Mehrheit der Bevölkerung fragen, ob es unter Hussein besser war als heute. Aber lieber pflegt man das Ressentiment und reißt das Maul auf und leistet sich den Luxus einer Meinung bar jeder Ahnung vom Thema. Man verwendet den Terror, unter dem die Menschen im Irak und in Afghanistan zu leiden haben als Argument, ihnen nicht helfen zu müssen – das ist Feigheit.
Ich jedenfalls werde jetzt wieder tun was ich kann, nämlich spenden. Und zwar für Organisationen, die weder antisemitische und antiwestliche Vorurteile pflegen und nicht gleich den Schwanz einziehen, wenn es mal ungemütlich wird. Also ganz bestimmt nicht für die alten Antiimps von medico.
Der Kochwahnsinn
Es gibt ja einige Kochsendungen im deutschen Fernsehen, und das ist nicht schlecht. Das Kochen ist an sich eine mehr als ehrenwerte Tätigkeit, denn wo wären wir alle, ohne das für und gekocht worden wäre? Wir würden alle aussehen, wie die bedauernswerten Unterschichtkinder, die mit Aufschnittwurst, Toastbrot und Nutella zu monumentalen Speckmonstren herangezüchtet werden. Gut, bei meiner Oma – sie ruhe in Frieden – gab es auch immer das Fett aus der Schnitzelpfanne über die Kartoffeln, und man mag einwenden, gitarrengott – du bist doch selber dick. Gut, kann sein, aber das war die Nachkriegszeit und zumindest selbst zubereitet. Und das ist ein gewaltger Unterschied. Das Fett, das meine Oma mit dem Esslöffel großzügig auf Kartoffeln und Kohlrabi verteilt hat, war flüssige Liebe.
Und heute? Es zerfällt Deutschland in zwei Lager: In einem wird gar nicht mehr gekocht, im anderen nur noch hinzugegeben. Denn Hinzugeben, das ist das wichtigste am Kochen, wenn man den Leuten glaubt, die diese Tätigkeit aus dem Fernsehen erlernt haben. Sie kochen nicht, um etwas leckeres zu Essen zu haben. Sie kochen, um sich zu bewähren.
Sie kaufen sich Teller, die größer sind als Radkappen, um darauf mittig ein elendes Häufchen selbstgedrechselter Pasta zu verstecken, mit einem kleinen, beinahe um Verzeihung für sein Dasein bittenden Klecks Soße – erlesenste Zutaten freilich vorausgesetzt.
Sie folgen jedem Trend, den der Schubeck und der Lafer im Fernsehen auch gut finden. Mal schneiden sie Knoblauch, mal drücken sie ihn, dann nehmen sie schwarzen Pfeffer, dann rosa Beeren. Am Nachtisch toben sie sich mit Tonkabohnen und Chili aus, und, ganz wichtig: De ganzen Kram wieder auf einem zu großen Teller unterbringen und mit willenlos bis orgiastisch auf selbigen getropftem und mit einem Zahnholz verziehrten Karamelpraps und eingedicktem Essig anrichten. Nie vergessen dürfen sie Rosmarin: Das Trendkraut überhaupt (oder gibt es schon was besseres?). Das ölige Mittelmeerkraut, das in südlichen Regionen beinahe überall unkrautig die Gegend durch seinen penetranten Geruch verunziehrt – es muss in jedes Gericht. Was einmal ein gutes Vanilleeis hätte werden können, hält ohne Vorwahrnung oft ein übles Rosmarinaroma bereit, und ein Blick in das Gesicht des Gastgebers verrät: Das soll tatsächlich so sein. Und er will auch noch dafür gelobt werden. Unfassbar, ist aber so.
Der Blenderkoch, der das Kochen beim Fernsehen gelernt hat, kann nicht ohne Lob. Er kann auch nicht ohne Competition. Es ist auch kein Zufall, das auch im TV die Kochwettbewerbe mittlerweile zahlreicher sind, als die Sendungen, bei denen man am Ende noch kochen lernen könnte. Hier rückkoppelt die Fernsehwelt mit der Realität.
Er kann auch nicht wirklich kochen. Ich habe höchsten Respekt vor Menschen, die nach 8 Bier noch Freunde mit nach Hause nehmen und dort aus einem zusammenhanglosen Kühlschrankinhalt noch etwas wohlschmeckendes Zaubern können. Der TV-Kochlehrling läuft ohne frischen weißen Trüffel Amok. Er kann kein Omelette braten, ohne einen seltenen italienischen Käse darüber zu reiben. Er will und kann sich nicht auf das Niveau von Typen herunter lassen, die den Unterschied zwischen Roquefort und Gorgonzola nicht kennen. Er hat den Unterschied im Fernsehen gesehen – wer für so etwas keinen Nerv hat, ist für ihn ein kulinarischer Verbrecher. Und gehört auch so behandelt.
Nee, im Ernst, rüstet ab! Kupferpfannen zu Mikrowellen!
Die neue Dredg…
… ist gut geworden. Nach dem ersten Hören war ich mir nicht sicher: Vielleicht zu flach, zu süß, zu poppig? Zu viel zu verträgliche Melancholie? Klappt das noch?
Ja, wirklich, nach dem ersten Mal bleiben einem die zuckrigen Passagen zu sehr im Ohr hängen, es fallen einem die paar Füllstücke auf, die bei 18 Liedern beinhahe unvermeidlich sind – und erst beim zweiten oder dritten mal merkt man, wie vertrackt die Songs doch sind, wie sperrig und verschroben manche Ideen wieder sind, und wie prachtvoll sich die Genialität der Jungs in Kleinigkeiten niederschlägt. Es sind manchmal 3 oder 4 Töne, ein ganz kurzes Riff, und man sitzt vor den Lautsprechern und ist einfach nur gebannt. Die letzten 4 Songs schießen dann weit über das Ziel hinaus, und wenn andere Bands es schaffen, auf 10 Platten nur einen so guten Track zu platzieren, könnte man ihnen schon gratulieren.
Im Ernst: Kauft Euch die neue Dredg, legt sie in den CD-Spieler oder den MP3-Player, und hört sie , bis sie kommt. Und sie kommt gewaltig. Genial.
Die Auguren von heute
In der römischen Antike deuteten die Auguren aus den Zeichen der Natur die Zukunft – eine Profession, die heute meist unbewusst von Kulturwisseschaftlern und Soziologen ausgeübt wird, die glauben, alles verstanden zu haben. So wie der Noam, der früher mal Linguist war, und darin sogar recht erfolgreich, und heute bevorzugt Blödsinn erzählt.
Dazu passt auch, was ich vor einiger Zeit an anderer Stelle über eine denkwürdige Ausgabe westart am Sonntag schrob:
„http://www.wdr.de/tv/west-art/sendung/index_so.phtml
Hat das zufällig jemand gesehen?
War ein Fest für alle Sinne. Eingeladen war eine bekopftuchte Rechtsanwältin, ein kuttetragender Bruder, einer, der die meiste Zeit in der Ecke saß und schwieg, eine schriftstellernde Ex-Muslimin und eine unerträglich schwafelnde Kulturwissenschaftlerin – letztere mein Favorit für den Preis „Dummschwätzerin des Jahres“, zumindest bisher; Angst und Bange wird es einem, wenn man bedenkt, dass es diese Labertasche geschafft hat, ein 500 Seiten schweres Machwerk zum Thema Kopftuch zu verfassen, indem rauskommt, dass es ja alles gar nicht so schlimm ist und eigentlich Frauen, die Bikini tragen dürfen viel schlechter dran sind als solche, die Bhurqa tragen müssen. Fantastisch für die gute Frau, dass Sie es geschafft hat, für ihr zusammenhangloses Zeichensehen den Titel „Wissenschaftlerin“ verliehen bekommen zu haben, die Analogie in den Rang eines logischen Schlusses befördert zu haben und trotz der Unfähigkeit, einen Unterschied zu sehen zwischen etwaiger gesellschaftlicher Benachteiligung bei Tragen eines Kopftuches in Deutschland und Peitschenhieben bei Nichttragen der Verhüllung in Saudi-Arabien zu begreifen, ernstgenommen zu werden: Respekt!
Die einzige anwesende Nichtreligiöse hatte es leicht, bei dieser Verteilung von Gästen wie eine Fanatikerin zu wirken, und die ihr gegenüber sitzende Fr. Aydin hielt es nicht für nötig, die vom Glauben abgefallene ausreden zu lassen oder argumentativ ernst zu nehmen – verräterisch manchmal der Unterschied zwischen Gesagtem und Handlung… Nicht beantworten kann die Anwältin, warum sie selbst Kopftuch trägt – ihre Haare will sie den Männern nicht zeigen, das muss als Begründung genügen. Als der eher harmlose Moderator meint, Männer seien nicht triebgesteuerte Verrückte, ist Aufbrausung angesagt: Sei ja auch nicht so, aber warum sie es denn trage, ja, eben weil sie ihre Haare nicht zeigen wolle, und überhaupt sei das mit dem Kopftuch doch gar nicht so wichtig, sondern werde immer nur wichtig gemacht, blablablubb. Warum sie den Lappen trägt, wenn er nur wichtig gemacht ist, und ob sie ihre Haare vielleicht mal zeigen sollte (evtl. kann ein guter Friseur Wunder wirken): leider bleibt weder der Moderator noch sonst jemand aus der rundherum schlecht, weil zu kuschelig besetzten Runde dran. Die freiwerdende Zeit wird vom Pater genutzt, um zu polemisieren, was nicht weiter interessant wäre, spräche nicht aus seinen Äusserungen das genau andersherum gewendete Ressentiment des Soldaten Gottes gegen die Ungläubigen – auf dieser Basis kann natürlich keine wirkliche Kritik stattfinden.
Die Kulturprophetin weiht uns dieweil tiefer in ihr esoterisches System, indem es nur Symbole gibt und hinter diesen keine Realität, ein. Köstlich, wie man gleichzeitig aufklärend und feministisch sein will, aber nur reaktionäre Scheiße dabei rauskommt.“
Antisemitismus treibt Blüten
Und man steht daneben und kann wegen dieses Unsinns nur noch den Kopf schütteln. Wenn man mal so weit ist, sich die Realität nach der Ideologie zurecht zu biegen, wird es mit dem diskutieren sehr, sehr schwer. Ich entsichere dann mal lieber meine Browning.
tw_24 kann ich sowieso nur zur Lektüre empfehlen – weswegen es ab heute auch in meiner blogroll zu finden ist.
Monumentum
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es für meinen Opa ein Höhepunkt der Fernsehunterhaltung war, wenn eine Debatte des Bundestages übertragen wurde: Aus Bonn, der Saal beinahe zum Bersten vollbesetzt, warfen sich dort Politiker, die noch etwas von ihrem Handwerk verstanden, die Argumente um die Ohren und gerne auch mal Schimpfwörter an den Kopf. Ich war zwar anfangs zu klein, um mir die Faszination des Gesehenen zu erschließen, aber mir war klar: Politik ist eine ernsthafte Sache.
Heute würde es mir sicher schwer fallen, einem jungen Menschen auf diese einfache Weise etwas beizubringen – vermutlich würde ich gefragt, warum denn, wenn das so wichtig sei, was dort passiert, nur etwa 13 Leute sitzen.
Warum die niedrige Debattenbereitschaft der heutigen „Parlamentarier“ ein Problem ist? Antwort hier!
Moderater Hardliner
Ein kurzes Video von Honest Reporting, das zu erklären versucht, wie im Nahostkonflikt noch hinter jedem Adjektiv eine gut gepflegte Lüge stecken kann.
Deutsche Übersetzungen von HR-Beiträgen und einiges mehr findet man übrigens hier.
Europa, SPD, Teewurst.
Keiner weiß so genau, warum die Teewurst Teewurst heißt, und innen ist sie eher rosa, am Rand aber ziemlich grau – schon auf den ersten Blick hat die SPD einiges mit dem fettigen Brotaufstrich aus Friesland zu tun.
Auch auf den Zweiten: wenn man bei der Teewurst in die Mitte hinein sticht, läuft es rechts und links heraus.
Nach der Europawahl steht die SPD so schlecht da, wie noch nie in ihrer Geschichte. Woran liegt es? Ich werde mal versuchen, ein paar Punkte aufzuführen, die mir erwähnenswert scheinen.
1. Niemand vertraut der SPD – und dazu besteht im Moment auch kein Grund. Seit 1998 hat die SPD beinahe jedes Versprechen gebrochen und konsequent eine Politik betrieben, die den unmittelbaren Interessen ihrer Wählerschaft entgegen läuft. Jetzt versucht man freilich, das Ruder rumzureißen. Für die Europawahl hat man drei furchtbare Plakate entworfen; einmal „Dumpinglöhne würden CSU wählen“, dann „Finanzhaie würden FDP wählen“ und „Heiße Luft würde LINKE wählen“.
Die Plakate waren schon deswegen eine Katastrophe, weil es schlicht ein Unding ist, den Namen anderer Parteien genausogroß ins Bild zu bringen wie den eigenen? Und warum spart man die Grünen aus, die nun wirklich keine gute Figur machen? Nun ja.
Warum hat die SPD ihre mittlerweile 11 Jahre an der Regierung nicht dazu genutzt, Mindestlöhne einzuführen? Warum gehen die entscheidenden Liberalisierungen auf dem Finanzmarkt auf Entscheidungen unter Schröder zurück? Und ist heiße Luft wirklich eine Domäne der Linken, kann das die SPD nicht viel besser?
Die Wähler sind ja nicht alle so doof, dass sie den Sozis sowas durchgehen lassen. Mittlerweile hat die SPD viele Stammwähler eingebüßt – auch die massiv sinkenden Mitgliedszahlen sprechen hier eine eindeutige Sprache.
2. Das Personal der SPD lockt keinen nassen Hund hinter dem Ofen vor. Das Bedarf wohl keiner Erläuterung…
3. Die SPD hat es versäumt, sich entweder in die linke Führungsrolle aufzuschwingen – das hätte 2005 konsequent geschehen müssen – oder in der Opposition neue Kräfte zu sammeln. Jetzt wird ihr bestenfalls die zweite Option bleiben.
Eines muss klar sein – sollte die SPD bei der Bundestagswahl ein Ergebnis kassieren, dass in der Nähe dessen der Europawahl liegt, kommt das einer Implosion des klassischen Parteiengefüges nahe: Eine Linke Mehrheit, ganz zu Schweigen eine Rot-Grüne, liegt dann erstmal in weiter Ferne. Aber vielleicht ist das dann auch die gerechte Strafe dafür, dass man 2005 die Linke Mehrheit liegen ließ und sich in die große Koalition flüchtete.