Gitarrengott's Weblog

Gegen Alltag und Wahnsinn gleichermaßen

Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized

Wahre Worte II

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Geschrieben von gitarrengott

14. Oktober 2009 um 1:38

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Haben will!

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Geschrieben von gitarrengott

23. August 2009 um 3:21

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Der Kochwahnsinn

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Es gibt ja einige Kochsendungen im deutschen Fernsehen, und das ist nicht schlecht. Das Kochen ist an sich eine mehr als ehrenwerte Tätigkeit, denn wo wären wir alle, ohne das für und gekocht worden wäre? Wir würden alle aussehen, wie die bedauernswerten Unterschichtkinder, die mit Aufschnittwurst, Toastbrot und Nutella zu monumentalen Speckmonstren herangezüchtet werden. Gut, bei meiner Oma – sie ruhe in Frieden – gab es auch immer das Fett aus der Schnitzelpfanne über die Kartoffeln, und man mag einwenden, gitarrengott – du bist doch selber dick. Gut, kann sein, aber das war die Nachkriegszeit und zumindest selbst zubereitet. Und das ist ein gewaltger Unterschied. Das Fett, das meine Oma mit dem Esslöffel großzügig auf Kartoffeln und Kohlrabi verteilt hat, war flüssige Liebe.

Und heute? Es zerfällt Deutschland in zwei Lager: In einem wird gar nicht mehr gekocht, im anderen nur noch hinzugegeben. Denn Hinzugeben, das ist das wichtigste am Kochen, wenn man den Leuten glaubt, die diese Tätigkeit aus dem Fernsehen erlernt haben. Sie kochen nicht, um etwas leckeres zu Essen zu haben. Sie kochen, um sich zu bewähren.

Sie kaufen sich Teller, die größer sind als Radkappen, um darauf mittig ein elendes Häufchen selbstgedrechselter Pasta zu verstecken, mit einem kleinen, beinahe um Verzeihung für sein Dasein bittenden Klecks Soße – erlesenste Zutaten freilich vorausgesetzt.

Sie folgen jedem Trend, den der Schubeck und der Lafer im Fernsehen auch gut finden. Mal schneiden sie Knoblauch, mal drücken sie ihn, dann nehmen sie schwarzen Pfeffer, dann rosa Beeren. Am Nachtisch toben sie sich mit Tonkabohnen und Chili aus, und, ganz wichtig: De ganzen Kram wieder auf einem zu großen Teller unterbringen und mit willenlos bis orgiastisch auf selbigen getropftem und mit einem Zahnholz verziehrten Karamelpraps und eingedicktem Essig anrichten. Nie vergessen dürfen sie Rosmarin: Das Trendkraut überhaupt (oder gibt es schon was besseres?).  Das ölige Mittelmeerkraut, das in südlichen Regionen beinahe überall unkrautig die Gegend durch seinen penetranten Geruch verunziehrt – es muss in jedes Gericht. Was einmal ein gutes Vanilleeis hätte werden können, hält ohne Vorwahrnung oft ein übles Rosmarinaroma bereit, und ein Blick in das Gesicht des Gastgebers verrät: Das soll tatsächlich so sein. Und er will auch noch dafür gelobt werden. Unfassbar, ist aber so.

Der Blenderkoch, der das Kochen beim Fernsehen gelernt hat, kann nicht ohne Lob. Er kann auch nicht ohne Competition. Es ist auch kein Zufall, das auch im TV die Kochwettbewerbe mittlerweile zahlreicher sind, als die Sendungen, bei denen man am Ende noch kochen lernen könnte. Hier rückkoppelt die Fernsehwelt mit der Realität.

Er kann auch nicht wirklich kochen. Ich habe höchsten Respekt vor Menschen, die nach 8 Bier noch Freunde mit nach Hause nehmen und dort aus einem zusammenhanglosen Kühlschrankinhalt noch etwas wohlschmeckendes Zaubern können. Der TV-Kochlehrling läuft ohne frischen weißen Trüffel Amok. Er kann kein Omelette braten, ohne einen seltenen italienischen Käse darüber zu reiben. Er will und kann sich nicht auf das Niveau von Typen herunter lassen, die den Unterschied zwischen Roquefort und Gorgonzola nicht kennen. Er hat den Unterschied im Fernsehen gesehen – wer für so etwas keinen Nerv hat, ist für ihn ein kulinarischer Verbrecher. Und gehört auch so behandelt.

Nee, im Ernst, rüstet ab! Kupferpfannen zu Mikrowellen!

Geschrieben von gitarrengott

27. Juli 2009 um 11:38

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Die neue Dredg…

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… ist gut geworden. Nach dem ersten Hören war ich mir nicht sicher: Vielleicht zu flach, zu süß, zu poppig? Zu viel zu verträgliche Melancholie? Klappt das noch?

Ja, wirklich, nach dem ersten Mal bleiben einem die zuckrigen Passagen zu sehr im Ohr hängen, es fallen einem die paar Füllstücke auf, die bei 18 Liedern beinhahe unvermeidlich sind – und erst beim zweiten oder dritten mal merkt man, wie vertrackt die Songs doch sind, wie sperrig und verschroben manche Ideen wieder sind, und wie prachtvoll sich die Genialität der Jungs in Kleinigkeiten niederschlägt. Es sind manchmal 3 oder 4 Töne, ein ganz kurzes Riff, und man sitzt vor den Lautsprechern und ist einfach nur gebannt. Die letzten 4 Songs schießen dann weit über das Ziel hinaus, und wenn andere Bands es schaffen, auf 10 Platten nur einen so guten Track zu platzieren, könnte man ihnen schon gratulieren.

Im Ernst: Kauft Euch die neue Dredg, legt sie in den CD-Spieler oder den MP3-Player, und hört sie , bis sie kommt. Und sie kommt gewaltig. Genial.

Geschrieben von gitarrengott

24. Juli 2009 um 10:12

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Antisemitismus treibt Blüten

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Und man steht daneben und kann wegen dieses Unsinns nur noch den Kopf schütteln. Wenn man mal so weit ist, sich die Realität nach der Ideologie zurecht zu biegen, wird es mit dem diskutieren sehr, sehr schwer. Ich entsichere dann mal lieber meine Browning.

tw_24 kann ich sowieso nur zur Lektüre empfehlen – weswegen es ab heute auch in meiner blogroll zu finden ist.

Geschrieben von gitarrengott

16. Juli 2009 um 7:29

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Monumentum

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Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es für meinen Opa ein Höhepunkt der Fernsehunterhaltung war, wenn eine Debatte des Bundestages übertragen wurde: Aus Bonn, der Saal beinahe zum Bersten vollbesetzt, warfen sich dort Politiker, die noch etwas von ihrem Handwerk verstanden, die Argumente um die Ohren und gerne auch mal Schimpfwörter an den Kopf. Ich war zwar anfangs zu klein, um mir die Faszination des Gesehenen zu erschließen, aber mir war klar: Politik ist eine ernsthafte Sache. 

Heute würde es mir sicher schwer fallen, einem jungen Menschen auf diese einfache Weise etwas beizubringen – vermutlich würde ich gefragt, warum denn, wenn das so wichtig sei, was dort passiert, nur etwa 13 Leute sitzen.

Warum die niedrige Debattenbereitschaft der heutigen „Parlamentarier“ ein Problem ist? Antwort hier!

Geschrieben von gitarrengott

5. Juli 2009 um 3:04

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Moderater Hardliner

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Ein kurzes Video von Honest Reporting, das zu erklären versucht, wie im Nahostkonflikt noch hinter jedem Adjektiv eine gut gepflegte Lüge stecken kann.

Deutsche Übersetzungen von HR-Beiträgen und einiges mehr findet man übrigens hier.

Geschrieben von gitarrengott

1. Juli 2009 um 9:28

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Europa, SPD, Teewurst.

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Keiner weiß so genau, warum die Teewurst Teewurst heißt, und innen ist sie eher rosa, am Rand aber ziemlich grau – schon auf den ersten Blick hat die SPD einiges mit dem fettigen Brotaufstrich aus Friesland zu tun.

Auch auf den Zweiten: wenn man bei der Teewurst in die Mitte hinein sticht, läuft es rechts und links heraus.

Nach der Europawahl steht die SPD so schlecht da, wie noch nie in ihrer Geschichte. Woran liegt es? Ich werde mal versuchen, ein paar Punkte aufzuführen, die mir erwähnenswert scheinen.

 

1. Niemand vertraut der SPD – und dazu besteht im Moment auch kein Grund. Seit 1998 hat die SPD beinahe jedes Versprechen gebrochen und konsequent eine Politik betrieben, die den unmittelbaren Interessen ihrer Wählerschaft entgegen läuft. Jetzt versucht man freilich, das Ruder rumzureißen. Für die Europawahl hat man drei furchtbare Plakate entworfen; einmal „Dumpinglöhne würden CSU wählen“, dann „Finanzhaie würden FDP wählen“ und „Heiße Luft würde LINKE wählen“.

Die Plakate waren schon deswegen eine Katastrophe, weil es schlicht ein Unding ist, den Namen anderer Parteien genausogroß ins Bild zu bringen wie den eigenen? Und warum spart man die Grünen aus, die nun wirklich keine gute Figur machen? Nun ja.

Warum hat die SPD ihre mittlerweile 11 Jahre an der Regierung nicht dazu genutzt, Mindestlöhne einzuführen? Warum gehen die entscheidenden Liberalisierungen auf dem Finanzmarkt auf Entscheidungen unter Schröder zurück? Und ist heiße Luft wirklich eine Domäne der Linken, kann das die SPD nicht viel besser?

Die Wähler sind ja nicht alle so doof, dass sie den Sozis sowas durchgehen lassen. Mittlerweile hat die SPD viele Stammwähler eingebüßt – auch die massiv sinkenden Mitgliedszahlen sprechen hier eine eindeutige Sprache.

2. Das Personal der SPD lockt keinen nassen Hund hinter dem Ofen vor. Das Bedarf wohl keiner Erläuterung…

3. Die SPD hat es versäumt, sich entweder in die linke Führungsrolle aufzuschwingen – das hätte 2005 konsequent geschehen müssen – oder in der Opposition neue Kräfte zu sammeln. Jetzt wird ihr bestenfalls die zweite Option bleiben.

 

Eines muss klar sein – sollte die SPD bei der Bundestagswahl ein Ergebnis kassieren, dass in der Nähe dessen der Europawahl liegt, kommt das einer Implosion des klassischen Parteiengefüges nahe: Eine Linke Mehrheit, ganz zu Schweigen eine Rot-Grüne, liegt dann erstmal in weiter Ferne. Aber vielleicht ist das dann auch die gerechte Strafe dafür, dass man 2005 die Linke Mehrheit liegen ließ und sich in die große Koalition flüchtete.

Geschrieben von gitarrengott

10. Juni 2009 um 3:40

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Wert und Preis

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Dass der moderne Mensch von nichts mehr den Wet kennt, und von allem nur noch den Preis, ist ein häufig und gern zitiertes Bonmot: Aber, ich verwende dieses Zitat nur ironisch. Der Begriff Wert ist einer, der der bürgerlichen Gesellschaft per se fremd ist.

Was meint man mit Wert, wenn man ihn in ökonomischen Zusammenhängen verwendet? Es ist ein Begriff, der in die vorindustrielloe Zeit gehört – in eine Zeit vor Arbeitsteilung und Maschineneinsatz. Der Schreiner, der in wochenlanger Arbeit mit viel Schweiss und Mühe einen Schrank erschafft, bemisst diesem deswegen einen gewissen Wert, den er dann auch dem Käufer auferlegt – dieser Begriff des Wertes taucht auch später und eminer Meinung nach an falscher Stelle wieder in der marxistischen Ökonomie (die trotz dieses Fehlers vieles richtig erkennt) und eben in der Wertkritik auf.

In der industriellen Produktion ist die Herstellung eines Gegenstands nicht mehr der Arbeit und Mühe unterworfen, sondern dem Kalkül: Der Moment, in dem der Schreiner seinen Blick darauf lenkt, wie er den Schrank nicht schöner, sonder schneller, nicht unter Verfeinerung seiner eigenen Kunstfertigkeit, sondern unter Verfeinerung der Methoden, seiner Schule herstellen kann, ist die Geburt des Kapitalismus. Durch diese Verfeinerung der Methoden, der planmäßigen Herstellung, der Fokusierung auf das Interesse des Herstellenden, der in möglichst wenig Zeit ein gutes Produkt für einen möglichst großen Käuferkreis mit hohem Gewinn herstellen will. Es geht also nicht mehr um den Wert: 

Ein Maler, der ein halbes Jahr an der Fertigung eines Bildes arbeitet, gibt ihm einen Wert. Aber dieser Wert gilt nur ihm, dem Käufer des Bildes ist er bereits uneigen, so wie einem Vater das Kind, von dem er weiß, dass es nicht sein eigenens ist, nur noch vermitteltes Vaterglück bereiten kann; weil er weiß, das er selbst nicht imstande ist, ein Kind zu zeugen oder ein Bild zu malen, schmückt er sich mit der Frucht des anderen, er nimmt den vermittelten Wert und empfindet dabei den Abglanz des Stolzes, der den erfüllte, der es geschaffen hat.

In der industriellen Welt ist alles anders – es steht hinter dem Flachbildfernseher kein vermittelter Wert mehr, sondern ein vermittelter Preis: Für den Einsatz der eigenen Arbeitskraft erhält der Käufer ein Produkt, indem Arbeitskraft anderer steckt, aber nicht der ursprüngliche Wert, die Ware hat ihren originären und persönlichen Charakter verloren und erhält dafür einen Nutzen und einen Preis, und darin, dass dieser Preis um die Summe des Kapitaleinsatzes und des Mehrwerts höher ist, als der, den  man selbst für die eigene Arbeit erhält, liegt der Betrug der kapitalistischen Gesellschaft. Der Arbeiter hat die Fähigkeit verloren, den Wert seiner Arbeit zu bestimmen, seine Arbeitskraft und er selbst sind ein Teil des Kalküls geworden. Dieses Kalkül hat die Menschheit reich gemacht, und dafür sollte man dankbar sein.

Geschrieben von gitarrengott

25. Mai 2009 um 10:05

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Ich habe mich geirrt…

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Die Süddeutsche ist doch ziemlich schlecht. Nachdem man erst einen furchtbar dämlichen Artikel über einen iranischen Präsidentschaftskandidaten gebracht hat, der wegen Terroranschlägen im Ausland gesucht wird, und trotzdem als Konservativer, sprich also dem Äquivalent zu Angela Merkel durchzugehen vermag, jetzt dies. Bar jeden Sachverstands und weit weg vom gesunden Menschenverstand, geschweige denn einem Sinn für Realität, dessen Verlust geradezu eine Voraussetzung für eine Karriere bei der SZ erscheint. Ich will mich an diesem extrem schlechten Artikel nicht lange aufhalten – aber: in welcher wirtschaftlichen Hochphase sind zuletzt in Deutschland die Steuer erhöht worden? Mehrwertsteuer zählt nicht…

Geschrieben von gitarrengott

16. Mai 2009 um 9:04

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