Gitarrengott's Weblog

Gegen Alltag und Wahnsinn gleichermaßen

Rassismus per se

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… droht ja auch durch solche Kasperltheater wie die Anti-Rassismuskonferenz in Genf völlig zum Nullbegriff zu werden, zu einer Worthülse, die man beliebig mit jedem Inhalt füllen kann.

Die Entwicklung des Begriffs „Rassismus“ hängt eng mit der Rassenlehre im 19. Jahrhundert zusammen. Damals war man der Meinung, die Menschheit teile sich in verschiedene Rassen auf (mindestens 3, am beliebtesten: 5), denen von Geburt an qua Vererbung bestimmte Merkmal anhafteten, die unauslöschlich seien. Das galt im positiven wie im negativen.

Nun ist es sinnlos, die Verwendung des Rassismubegriffs auf solche Fälle zu beschränken, wo jemand meint es sprängen auf der Welt Rote, Gelbe, Schwarze und Weiße durch die Gegend. Die Nazis haben die Juden auch als eigene Rasse begriffen – deswegen war es auch nicht möglich, sich durch Konversion dem Hass der Nazis zu entziehen; eben weil der Jude von Geburt an Jude ist, musste er vernichtet werden, denn der Jude ist verlogen und strebt zwanghaft nach der Versklavung aller anderen Menschen. Insofern hat der Antisemitismus der Nazis eine urwüchsig rassistische Komponente. Das heißt freilich nicht, dass der Antisemitismus ein Unterfall des Rassismus wäre – eine eingehende Erläuterung würde jedoch zu weit führen, sorry.

Auch der Hass von Islamisten auf den Westen ist nicht an sich rassistisch, er kann es sein, er muss aber nicht. Vielmehr ist es reiner Kulturchauvinismus: Die überlegene Kultur der islamischen Welt (bei der jeder mitmachen darf) kämpft gegen den dekadenten Westen (der ja zu allem Überfluss noch schwul und verjudet ist). Der Islamismus ist als universelle Ideologie gerade so gefährlich.

Vermischt man sämtliche Gründe, aus denen es Menschen möglich ist, andere Menschen nicht zu mögen und nennt was hinten rauskommt dann stumpf „Rassismus“, bringt man die Menschheit kein Stück weiter. Begriffe sind dazu da, etwas möglichst genau zu bezeichnen. Und Rassismus meint die Ablehnung anderer aufgrund ererbter, unabänderlicher Merkmale bestehende Andersartigkeit und sonst gar nichts. Es ist eben nicht die „Islamophobie“ das heute häufigste Erscheinungsbild des Rassismus, wie der türkische Vertreter bei der Israelverdammungsveranstaltung in Genf meinte. Wer den Islam nicht mag ist im schlimmsten Fall ein Chauvinist, und damit habe ich noch nichts über dessen Gründe gesagt.

Begriffe sollte man – zumindest in einem ernsten Kontext – nicht leichtfertig sinnentstellend verwenden. Sonst wird Kommunikation irgendwann unmöglich. Es muss eben immer möglich sein, einen großen, stinkenden braunen Haufen als Scheiße zu bezeichnen. Wenn man das Ding Schokopudding nennt, schmeckt es eben immer noch… genau.

Geschrieben von gitarrengott

21. April 2009 um 11:47

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