Archiv für September 2008
John und Barack
Ich glaube fast, ich muss meine Sympathien, die bisher eher auf SeitenMcCains lagen, neu verteilen. Das liegt an folgendem:
1. Obama selbst:
Seine Verteidigung gegen Anschuldigungen, er habe Palin ein Schwein genannt. Hier offenbart er erstens ungeahnte logische Qualitäten, als auch eine intellektuelle Verquerheit, die so gar nicht zum charismatischen Massenprediger passen will. Und das ist gut.
2. Die Republikaner an sich und Sarah Palin
Seien wir ehrlich: McCains Problem ist seine Partei. Und mit Palin hat er sich eine Vertreterin der christlichen Rechten ins Boot geholt, die mir unsympathischer kaum sein könnte und doch so typisch für die GOP ist. Leider. Nachdem ich während der demokratischen Vorwahlen gezweifelt habe, on Amerika vielleicht zwar reif für einen farbigen Präsidenten ist, aber noch nicht für einen weiblichen, so wissen wir jetzt zumindest, dass die USA durchaus reif für einen weiblichen Vizepräsidenten ist – solange sie weiß ist.
3. Außenpolitik
Sowenig mir Obamas windelweiche Haltung gegenüber dem Iran und seine unklaren Vorstellungen zur Zukunft des Irak gefallen, sowenig gefällt mir McCains konfrontative Haltung gegenüber Rußland: So treibt man Rußland noch stärker Richtung Teheran und schafft sich damit geostrategischen Druck, den man unbedingt vermeiden sollte. Und während ich glaube, dass Obama als Präsident durchaus in der Lage wäre, gegenüber dem Iran eine härtere Gangart einzuschlagen, so glaube ich nicht, dass McCain von seiner Politik abweichen wird.
Deswegen lautet die Wahlempfelung meinerseits seit heute: Barack Obama.