Gitarrengott's Weblog

Gegen Alltag und Wahnsinn gleichermaßen

Die EM, die Fähnchen und der ganze Rest

mit 5 Kommentaren

Grade eben diskutieren im Presseclub berufene Edelfedern wie Helmut Markwort über die Doitschen und den Fußball. Das Niveau der ganzen Chose bewegt sich etwa auf dem, was man in den letzten Wochen aus Waldis EM-Club gewohnt ist.

Grade hat der dicke Hofjournalist – so empfinde ich seine physische Präsenz und seine beruflichen Fähigkeiten – eine Sache auf den Punkt gebracht: Er meint nämlich, das Tolle am Fußball und am public viewing sei ja, das dort alle zusammen kämen, der Unterschichtler, der Oberschichtler, der Mittelschichtler, und alle würden sich gemeinsam freuen und die Fahne schwenken und etwas Verbindendes haben.

Toll, Markwort müsste jetzt nur noch kapieren, warum ich als Antinationalist genau diese adhäsive Kraft des Nationalismus, die den ganzen Saftladen im Inneren zusammen halten soll, zum Kotzen finde, meine Sympathien vor einem großen Fußballturnier stets nicht der deutschen Nationalmannschaft gelten und ich mir inständigst wünsche, dass die im bisherigen Turnier eine ganz und gar widerlichen Fußball zeigende Gurkentruppe heute von den Spaniern eine schöne Packung bekommt.

 

Geschrieben von gitarrengott

29. Juni 2008 um 10:36

Veröffentlicht in Deutschland

5 Antworten

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  1. Ich kann solche Meinungen überhaupt nicht nachvollziehen.

    Ich laufe doch nicht mit Deutschland-Fahne herum, weil ich stolz darauf bin, was hier vor 70 Jahren passiert ist. Wir leben in der vielleicht besten Demokratie der Welt, kann man darauf nicht stolz sein?

    Manuel

    1. Juli 2008 um 1:57

  2. Jedem seine Meinung über die hiesigen Zustände. Aber das mit „dem“ vor 70 Jahren, das hast du geschrieben, oder steht das bei mir irgendwo?

    gitarrengott

    2. Juli 2008 um 5:46

  3. Worauf bezieht sich diese „adhäsive Kraft des Nationalismus, die den ganzen Saftladen im Inneren zusammen halten soll“ denn sonst? =)

    Ich denke, dass 99% aller Deutschen, die nicht stolz auf ihr Land sind, das mit unserer faschistischen Vergangenheit begründen. Falls du nicht dazugehörst – sorry ;)

    Manuel

    2. Juli 2008 um 6:04

  4. Manuel – wahr bleibt, was wahr war: Wenn du schon unbedingt stolz sein willst, dann sei doch wenigstens stolz auf etwas, was du selbst geleistet hast. Es ist nicht dein Verdienst, dass Du in Deutschland lebst – dazu hast du nix beigetragen, nada, zilt.

    Bist du auch stolz darauf, dass du zwei Beine hast und dass abends die Sonne untergeht?

    syco2000

    11. Juli 2008 um 4:14

  5. Tja…gut, dass ich zwei Beine habe, sonst hätte das Argument nicht gezogen, was?

    Der Punkt ist doch, dass ich froh bin, hier in Deutschland zu leben und mein Land zumindest bei sportlichen Ereignissen mit Fahnen etc. unterstützen wil und dass ich NICHT glaube, dass es mich zu etwas besserem macht, Deutscher zu sein.

    Manuel

    19. Juli 2008 um 10:28


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