Gitarrengott's Weblog

Gegen Alltag und Wahnsinn gleichermaßen

Archiv für März 2008

Ironie ist scheiße.

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Zumindest manchmal.

Und dann vor allem Selbstironie. Überlasst das mit dem Spott bitte anderen. Vor einiger Zeit erbrachte eine Suche nach „worst cover“ bei youtube.com noch eine Menge lustige Treffer und einen halben abend Spaß vor dem Rechner. Heute tummeln sich ein Haufen selbstironischer Vögel unter den Suchergebnissen, die irgendwie „worst“ sein wollen. Jungs, „worst“ sein, dazu gehören Eier. Und keine Digicam und zuviel Freizeit und kein Ziel im Leben. Obwohl, kein Ziel im Leben kann auf dem Wege zu „worst“ genausowenig schaden wie völlig überambitionierte Ziele, bei denen außer Scheitern eigentlich gar nichts möglich ist. 
Interessieren würde mich, wie und warum die Saat des Scheiterns bei diesen Jungs gelegt wurde.

Mir persönlich gefällt der Typ am besten, der nach ca. einer Minute auf die Bühne läuft und sich wundert, wie aus so einem kleinen Verstärker so ein großer Haufen Scheiße rausquellen kann. Ich hoffe immer noch, die Jungs haben eine Wette verloren. 


Geschrieben von gitarrengott

31. März 2008 um 11:42

Veröffentlicht in Musik

Wissenschaft muss Wissenschaft bleiben!!!1!

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Ich bin der Meinung, Schwerkraft wird total überbewertet. Es handelt sich dabei nur um eine von vielen möglichen Theorien, um die unbestreitbare Tatsache, dass Dinge nach unten und nicht nach oben fallen, zu erklären. Ich halte aber das da für viel wahrscheinlicher:

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Geschrieben von gitarrengott

29. März 2008 um 11:54

Veröffentlicht in Wissenschaft

„Müssen Christen erst zu Steinen greifen?“

mit einem Kommentar

In meiner schönen Heimat gibt es eine noch schönere Lokalzeitung. Das meine ich durchaus ernst, denn ohne das Blatt wüsste man gar nix über das Geschehen im näheren Umkreis um den Heimatort. Und eben dieses Blatt druckt seit einiger Zeit immer mehr Leserbriefe ab, wahrscheinlich um Zeilengeld zu sparen. Aber warum auch immer, viele Leserbriefe sind höchst amüsant und andere höchst unvergnüglich. Ein schönes Beispiel für die letzte Kategorie stand am letzten Montag drin. Unter der Überschrift, die auch mir hier als Überschrift dient, beklagt sich ein Pfarrer über die Nichtindizierung des Buchs „Wo bitte geht`s zu Gott, fragte das kleine Ferkel?“ aus dem Aschaffenburger Alibri-Verlag.

Eins Vorweg: Mir sind die Autoren Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke leidlich bekannt, und die beiden sind keine Antisemiten. Trotzdem reproduzieren sie in ihrem Buch antisemitische Klischees, und damit bin ich ganz und gar nicht einverstanden. Darum geht es mir aber gar nicht, sondern um folgendes: 

„… Unter dem Vorwand, Aufklärung zu betreiben, wird hier ein infames und zutiefst verletzendes Machwerk vorgelegt, das bewusst das Ziel hat, die gesellschaftliche Basis in unserem Land durch geistige Pornographie zu zerstören.“

Ah so. Und ich dacht immer, geistige Pornographie sei es, wenn man beim Wichsen an was schönes denkt. Gut, für Pfarrer vielleicht nicht. Aber schön, dass er genau weiß, was die gesellschaftliche Basis ist, und dass sich jede Kritik daran in Infamie endet. Ehrlosigkeit also. 

„Das Buch richtet sich an Kinder und Jugendliche mit der Absicht, dass Gift des Atheismus in die jungen Herzen einzuimpfen, was eine völlige geistige Desorientierung zur Folge haben kann.“

Wow. Gift, geistige Desorientierung: Als Folge wahrscheinlich Homosexualität und Gammlertum. Oder schlimmeres. Nun ja, ist es geistig desorientiert, nicht an ein unsichtbares, gütiges, allwissend und -mächtiges Wesen zu glauben? Oder vielleicht doch eher, im Rahmen der Kommunion ein Stück vom Leib Christi zu verspeisen? Wohlgemerkt: Ein wirklich und wahrhaftig vom Leib Christi stammendes Stück. Den dazu dient die Transubstantiation: Zur Umwandlung einer trockenen Oblate und von süßem Messwein in den Leib und das Blut Christi…

„Die Pressefreiheit, die zweifellos ein hohes Gut der Demokratie ist, ist sie nicht auch den Regeln eines fairen und zivilisierten Umgangs verpflichtet?“

Öhem, nein. Ganz sicher nicht. 
Die Pressefreiheit ist ohnehin beschränkt, hinsichtlich des Jugendschutzes beispielsweise, oder der Beleidigung der persönlichen Ehre. Wohlgemerkt, der persönlichen. Es wird nicht der Seelenfrieden von Vertretern der Religionsgeminschaften geschützt. Warum auch? Der Autor des Leserbriefs selbst (denn er ist ein rechter Schelm!) weiß die Antwort auf diese Frage aber auch schon, denn hätte er sonst die Sätze mit der desorientierten Pornographie des giftige Atheismus schreiben können?

„Es muss zutiefst beklagt werden, dass die Politik und die Justiz seit Jahren die Kirchen und religiösen Gemeinschaften vor schwerer Diskriminierung nicht mehr schützen und sie dem Spott und der Lächerlichkeit preisgeben.“

Nun ja, so ganz stimmt das ja schonmal nicht, denn immer noch gibt es den unsäglichen §  166 StGB, der Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen vor Beschimpfung [sic!] schützen soll. Das mit den Weltanschuungsvereinigungen steht m.E.n. nur deswegen drin, damit diese Norm überhaupt noch irgendwie mit dem Verfassungsrecht vereinbar ist. Meines Wissens nach hat noch nie eine nichtreligiöse Gruppierung davon Gebrauch gemacht. Religiöse aber schon, damit hat Schmidt-Salomon auch Erfahrungen sammeln können. Oder die Titanic. Oder der Mann, der vor kurzem zu Haft verurteilt wurde, weil er Klorollen mit dem Wort „Koran“ bestempelt hat.
Aber wie stellt sich der Herr Pfarrer denn den Schutz überhaupt vor? Bücher verbieten? Autoren einkerkern? Mund mit Seife auswaschen? 

„Ich bin mir sicher, wäre ein solches Buch über die Homosexualität erschienen, dann wären sofort alle Bücher beschlagnahmt worden und eine gerichtliche Klage wegen Beleidigung und Diskriminierung einer Minderheit anstellig.“

Sicherlich! Wahrscheinlich würden die Bücher sogar verbrannt und die Autoren ins Umerziehungslager gesteckt!
Dabei gibt es überhaupt keine strafrechtliche Möglichkeit, für Homosexuelle gegen solcherlei vorzugehen. Und das wollen die scheinbar auch gar nicht, den ich kann mich nicht an eine solche Forderung von Schwulen- und Lesbenverbänden erinnern. Und es gibt hunderte Bücher, die sich kritisch oder auch gerne mal „verletzend“ mit dem Thema Homosexualität befassen. Den Katechismus zum Beispiel. Oder die Bibel, in der dem Manne, der bei einem anderen Manne liegt, die Todesstrafe angedroht wird. Im Buch Levitikus. Mir sind keine Indizierungsanträge bekannt. Komisch, gell?

So ist das halt, eine tiefsitzende Angst vor Männern, die mit Männern ficken (Frauen die es mit Frauen treiben scheinen meist nicht so schlimm, sowas kuckt Mann sich auch gerne mal im Internet an), das Gefühl, beständig verspottet zu werden, wo doch der Fall um das Buch beweist, dass es eher selten vorkommt, und Geschwafel von Demokratie und Freiheit und Rechten, aber bitteschön nur für sich selbst: Das ist auch heute noch die Kirche in Deutschland. Perfide, dass sich gerade die Kirchen in letzter Zeit zum Beschützer der Juden machen: Geradezu lächerlich, wenn man sich anschaut, wo die Judenfeindlichkeit in Europa ihre Wurzeln hat. Und deutsche Bischöfe vergleichen ja auch gerne mal das Westjordanland mit dem Warschauer Ghetto…

Geschrieben von gitarrengott

20. März 2008 um 12:49

Veröffentlicht in Deutschland

Wer Island irgendwie sympathisch findet…

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…und nix gegen Wahlfang und elektronische Musik hat, soll sich doch bitte mal Mùm anhören. Die sind nämlich aus Island und machen chillig-versponnene Elektromusik mit ganz vielen richtigen Instrumenten. Was die Band mit Wahlfang zu tun hat, ist mir gerade entfallen. Na ja, wir werden alle nicht jünger!

Geschrieben von gitarrengott

18. März 2008 um 10:44

Veröffentlicht in Musik

Die Deutschen und der Holocaust

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Sieh an, da findet sich im Spiegel doch mal ein interssanter Artikel. Allerdings kommt die Schlussfolgerung des Artikels schon ganz gefährlich dem nahe, was Daniel Goldhagen schon vor über 10 Jahren herausgefunden hat. Damals hatte der Mann einiges an Rauschen im Blätterwald verursacht und die schöne deutsche Nachkriegsruhe gestört: Waren doch nicht alle eigentlich irgendwie dagegen und unschuldig? Man hatte es sich gerade so schön gemütlich gemacht im wiedervereinigten Großdeutschland, und dann kam Goldhagen und die Wehrmachtsdebatte. Und das war gut so. Man sollte „Hitlers willige Vollstrecker“ auf jeden Fall gelesen haben.

In einem Nebensatz geht der Artikel im Spiegel auf ein Problem ein, dass in der Öffentlichkeit heute keine so große Rolle mehr spielt: Die Juristen im 3. Reich und in der Nachkriegszeit. Die juristische Aufarbeitung der Naziverbrechen ist bei Leibe kein Ruhmesblatt für Deutschland. Da hat die eine Krähe der anderen kein Auge ausgehackt. Es hat zum Beispiel bis 1968 gedauert, bis sich ein Jurist mit dem Thema beschäftigte und heraus fand, dass die Behauptung, man habe ja nicht anders können, für Richter während der NS-Zeit schlicht gelogen war. Man hatte dem Zeitgeist ohne großen Druck und ohne Gesetzesänderungen nachgegeben.
Und wie schön, dass es auch Leute gab wie Fritz Bauer. Der hat Eichmann an die Israelis verraten, weil er völlig zu recht befürchtete, dass man in Deutschland die Ermittlungen im Sande verlaufen lassen würde. Und er hat die Frankfurter Auschwitzprozesse initiiert. Ein wahrer Held also!
Dafür starb er dann allerdings auch unter dubiosen Umständen in der heimischen Badewanne. Nach Fritz Bauer ist ein Institut benannt, das, auch wenn es heute eine eher staatstragende Veranstaltung ist, durchaus mal einen Blick wert ist.

Geschrieben von gitarrengott

11. März 2008 um 12:54

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Die beste Platte des Jahres 2008…

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…ist schon 2007 erschienen, aber egal. Es handelt sich dabei um Pelican - City of Echoes. Wer Pelican noch nicht kennt, für den sollte diese Platte auch ein guter Einstieg in die Musik dieser Kapelle sein. Das Meisterwerk von Pelican wird wohl „Australasia“ bleiben – nach dem noch etwas tumben Debut haben die damals eine Platte raus gehauen, bei der mir die Ohren geschlackert haben. Nach der etwas schwächeren „The fire in our throats will beckon the thaw“ nun wieder so ein ganz geiles Ding.

Natürlich machen die Jungs nichts bahnbrechend Neues. Aber das machen sie so gut, dass man sie mögen muss.

Geschrieben von gitarrengott

11. März 2008 um 1:51

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Der gute Broder

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Eins vorweg: Ich gestehe, ich bin ein Fan von Henryk Modest. Die Lektüre von „Der ewige Antisemit“ war ein entscheidendes Moment meiner politischen Sozialisation. Und weil der Mann eben nicht nur lärmen, polarisieren und polemisieren kann, sondern über ein gutes, ausgeglichenes Weltbild verfügt, sollte man sich mal seinen Auftritt bei den „Brühler Begegnungen“ ansehen. Ich hätte mir anhand des manchml äußerst amüsanten herumlavierens von Peter Voß das ein oder andere mal ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Ansehen!
Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5
Ja, alle anschauen. Bier aufmachen und zurücklehnen. Geht doch!

Geschrieben von gitarrengott

11. März 2008 um 1:40

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Nachmacher!

mit 3 Kommentaren

So, bevor einer meckert:

Ich hab es im Leben immer so gehalten: auf jeden fahrenden Zug aufzuspringen. Ich bin bei jedem Scheiß dabei, und sei es nur, um hinterher sagen zu können, dass ich von Anfang gewusst habe, dass es Mist ist. So wie beim bloggen halt auch.
Schrecklich vermessen eigentlich, anzunehmen, irgendeinen könnte mein Geschwafel interessieren. Aber gut, ich nutze es eben für alles, was sonst keiner hören will, was unbedingt mal raus muss und eine Öffentlichkeit braucht, weil es mich sonst innerlich auffrisst und in den Alkoholismus treibt oder zum Frühsport oder zu anderen sozialschädlichen Verhaltensweisen. Wer jetzt noch weiterliest ist selber schuld.

Geschrieben von gitarrengott

11. März 2008 um 12:51

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Hello world!

mit einem Kommentar

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Geschrieben von gitarrengott

11. März 2008 um 12:39

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